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Saisonrückblick - "Neuanfang statt Trübsal"

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"Neuanfang statt Trübsal"

Tischtennis: TTSV Schloß Holte-Sende setzt zukünftig verstärkt auf den Nachwuchs.

Vereinssprecher Carlos Krieft zieht nach der Saison mit Personal-Krise Bilanz

Von Sebastian Beeg

Schloß Holte-Stukenbrock. Kurskorrektur beim TTSV Schloß Holte-Sende: Die ambitionierten sportlichen Ziele verwirklichte der Tischtennisverein größtenteils in der abgelaufenen Saison. Nach zahlreichen Abgängen stellt sich der Verein für die kommende Spielzeit jedoch neu auf.

Während die Regionalliga-Damen nach dem Aufstieg um den Klassenerhalt spielen sollten, peilten die Zweite und Dritte Mannschaft sowie die ersten beiden Herrenteams Spitzenplätze in ihren jeweiligen Klassen an. Die Spielzeiten der einzelnen Mannschaften entwickelten sich positiv - auch dank starker Zugänge wie Nachwuchsspielerin Kristin König (Erste), Michelle Wöhrmann und Nicole Hörndl (Zweite) sowie Friederike Synowski (Dritte). Auch für die Herren präsentierte der TTSV mit Florian Lampe einen neuen Spitzenspieler.

Die Zweite Damenmannschaft gewann mit Rückrundenzugang Louisa Keppeler souverän die Meisterschaft in der Verbandsliga, schied zudem bei der Deutschen Meisterschaft erst im Viertelfinal aus. Dem Dritten Damenteam glückte indes der Aufstieg in die Bezirksliga. Auch die Bezirksliga-Herren feierten die Meisterschaft. Einzig die ersten Mannschaften hatten so ihre Probleme. Für die Regionalliga-Damen verlief die Hinrunde zwar optimal, in einer unglücklichen Rückserie mit knappen Niederlagen ließen sie sich jedoch noch von ihrem Relegationsplatz verdrängen. Die Verbandsliga-Herren bremste derweil das Verletzungspech aus. Ein dennoch beachtlicher dritter Platz war die Folge.

Doch trotz der sportlichen Erfolge entwickelte sich eine Situation mit gravierenden Folgen für den TTSV. Die Damenmannschaft hatte trotz des verpassten Relegationsplatzes Chancen auf den Verbleib in der Regionalliga. Denn in der Bundesliga sah es nach einem Rückzug gleich dreier Teams aus. Die TTSV-Damen hätten den Klassenerhalt sicher gehabt. Allerdings zögerte ein Verein seine Entscheidung hinaus. Die Zukunft der Damen war ungewiss. Izabela Kordys hatte bereits während der Spielzeit ihren Wechsel zum TSVE Bielefeld angekündigt. Zum Ende der Saison wurde zudem der Abgang von Kristin König zum KSV Auedamm Kassel bekannt. "Ein erschwerender Faktor war, dass der Verein keine Zugänge präsentierte", erklärt TTSV-Sprecher Carlos Krieft. Dies löste eine Kettenreaktion aus. Innerhalb kurzer Zeit verließen acht Spielerinnen die folglich aufgelösten Damenteams.

Auch die Herren hatten im selben Zeitraum mit Abgängen zu kämpfen. Folglich verzichtete die Reserve auf den Aufstieg. Carlos Krieft sprach vom "schwärzesten Tag in der Vereinsgeschichte". Doch der TTSV erhole sich bereits wieder. "Wir sind guter Dinge. Die Herrenteams gehen wie gewohnt an den Start und mit unserer neuen Damenmannschaft wollen wir in der Bezirksliga den Aufstieg schaffen", so Krieft. Zudem wolle der Verein seine Nachwuchsarbeit intensivieren. Es gelte die 40 Junioren langfristig an den TTSV zu binden. Krieft: "Wir wollen den Neuanfang wagen und kein Trübsal blasen."

Neue Westfälische, Artikel vom 27.06.2017